In den vergangenen Monaten lag der Fokus am Aktienmarkt besonders stark auf KI, Halbleitern und den dazugehörigen Hyperscalern. Inzwischen kommt aber auch in anderen Bereichen mehr Bewegung auf. Vor allem Healthcare, Energy und Materials haben zuletzt deutlich an relativer Stärke gewonnen. Genau solche Verschiebungen sind wichtig, wenn wir eine Sektorrotation frühzeitig erkennen wollen.
Entscheidend ist für uns allerdings, steigende Kurse nicht automatisch als Zeichen dafür zu sehen, dass tatsächlich neues Kapital in einen Sektor fließt. Ein Sektor kann sich schlicht deshalb besser entwickeln, weil andere Bereiche gleichzeitig schwächer laufen. Um beurteilen zu können, ob hinter der Bewegung also wirklich eine Umschichtung steckt, reicht der Blick auf die Kursentwicklung allein nicht aus.
Deshalb schauen wir nicht nur darauf, welcher Sektor gerade am stärksten abliefert. Entscheidend ist für uns vor allem, ob sich die gesamte Marktbreite verbessert, also immer mehr Aktien innerhalb eines Sektors Stärke zeigen. Außerdem sollte sich der Sektor über einen längeren Zeitraum besser als der Gesamtmarkt entwickeln und gleichzeitig Kapital in diesen Bereich fließen. Erst wenn mehrere dieser Punkte zusammenkommen und sich über Wochen oder Monate bestätigen, lässt sich von einer nachhaltigen Sektorrotation sprechen.
Ein vereinzelter starker Monat oder eine einzelne starke Woche reicht uns dafür nicht. Interessant wird es erst dann, wenn mehrere Signale über einen längeren Zeitraum in dieselbe Richtung zeigen
Wann können wir von einer Sektorrotation sprechen?
- Für unsere Einordnung schauen wir deshalb auf vier Punkte. Aussagekräftig werden sie aber erst dann, wenn mehrere davon gleichzeitig in die gleiche Richtung weisen.
Signal
Relative Stärke
Ein Sektor sollte den S&P 500 nicht nur an einzelnen Tagen, sondern über mehrere Wochen oder Monate hinweg outperformen. Erst dann lässt sich erkennen, ob sich die Stärke gegenüber dem Gesamtmarkt tatsächlich festigt.
Kapitalflüsse
Steigende Kurse allein zeigen noch nicht, ob neues Kapital in einen Bereich fließt. Positive ETF-Zuflüsse über mehrere Monate sprechen eher dafür, dass Anleger ihre Gewichtung verändern.
Marktbreite
Die Stärke sollte sich möglichst über viele Aktien innerhalb des Sektors verteilen. Steigen nur zwei oder drei große Titel, sagt das deutlich weniger aus als eine Bewegung, die von einem breiteren Teil des Sektors getragen wird.
Gewinnrevisionen
Heben Analysten gleichzeitig ihre Gewinnerwartungen an, bekommt die Entwicklung zusätzlich fundamentale Unterstützung. Fehlt diese, kann die Stärke auch vor allem durch Momentum oder äußere Einflüsse getrieben sein.
Je mehr dieser Signale positiv ausfallen und je länger sie anhalten, desto belastbarer wird das Bild einer Sektorrotation. Kurzfristige Bewegungen sind zunächst nur ein Hinweis. Aussagekräftiger werden sie erst dann, wenn sich die Entwicklung über mehrere Monate bestätigt.
Welche Sektoren setzen sich vom Gesamtmarkt ab?
Der S&P 500 legte in den vergangenen drei Monaten rund 2,7 % und über sechs Monate etwa 11,1 % zu. Diese Entwicklung dient uns als Vergleich, um zu sehen, welche Sektoren sich besser als der breite Markt entwickeln und welche lediglich mit dem allgemeinen Aufwärtstrend mitlaufen.
Die Grafik zeigt sehr schön, wie wichtig der betrachtete Zeitraum für die Einordnung ist. Über sechs Monate war der Technologiesektor mit Abstand stärker als der S&P 500. Auf Sicht von drei Monaten hat sich das Bild allerdings deutlich verändert. Technologie liegt hier leicht hinter dem Gesamtmarkt, während vor allem das Gesundheitswesen, Finanzwerte und Energie deutlich besser abschneiden.
Besonders auffällig ist der Bereich Gesundheit. Über sechs Monate lag der Sektor nur knapp über dem S&P 500, über drei Monate beträgt der Vorsprung dagegen bereits 14,3 Prozentpunkte. Auch Finanzwerte haben zuletzt deutlich an Stärke gewonnen, obwohl sie über sechs Monate praktisch noch auf dem Niveau des Gesamtmarktes lagen. Bei Industrie und Grundstoffen zeigt sich ebenfalls eine Veränderung. Beide lagen über sechs Monate noch klar zurück, haben sich in den vergangenen drei Monaten aber besser als der S&P 500 entwickelt.
Die Stärke verteilt sich damit zunehmend auf mehrere Bereiche des Marktes und hängt nicht mehr so stark an den bisherigen Gewinnern aus Technologie, KI und Halbleitern. Allein daraus lässt sich allerdings noch keine nachhaltige Sektorrotation ableiten. Dafür müsste sich diese Entwicklung über einen längeren Zeitraum bestätigen und auch bei anderen Faktoren wie Marktbreite und Kapitalzuflüssen sichtbar werden.
Wohin fließt das Kapital?
Bei den Kapitalflüssen schauen wir weder auf einen einzelnen ETF noch auf einen einzelnen Tag. ETF Central fasst mehrere US-ETFs eines Sektors zusammen und gibt uns damit einen breiteren Überblick darüber, ob über mehrere Monate hinweg Kapital in einen Bereich hinein- oder herausgeflossen ist.
Wie sich die Marktbreite entwickelt
Nachdem wir uns relative Stärke und Kapitalflüsse angeschaut haben, geht es als Nächstes um die Frage, wie breit die Entwicklung innerhalb der einzelnen Sektoren tatsächlich aufgestellt ist. Denn ein Sektor kann deutlich zulegen, obwohl nur wenige große Unternehmen für den Großteil der Kursgewinne verantwortlich sind.
Die Auswertung von Day Hagan zeigt, dass die Stärke aktuell vor allem bei Finanzwerten, Energie, Gesundheit und Rohstoffen von vielen Aktien innerhalb der jeweiligen Sektoren getragen wird. Dort verteilt sich die Stärke also auf einen größeren Teil der jeweiligen Sektoraktien und nicht nur auf einige wenige Schwergewichte. Bei Technologie bleibt die Marktbreite auf längere Sicht ebenfalls solide. Kurzfristig notieren allerdings weniger Technologiewerte über ihrer 50-Tage-Linie.
Das deckt sich mit dem Bild, das sich bisher bereits abgezeichnet hat. Technologie bleibt strukturell stark, hat kurzfristig aber etwas an relativer Stärke abgegeben, während andere Bereiche aufgeholt haben.
Quelle: Day Hagan Asset Management, August 2026 - dayhagan.com/research/day-hagan-catastrophic-stop-update-august-18-2026
Gewinnerwartungen gehen auseinander
Neben Marktbreite und Kapitalflüssen ist für uns wichtig, ob eine Kursentwicklung auch fundamental gestützt wird. Dafür betrachten wir, wie sich die Gewinnschätzungen der Analysten über mehrere Wochen und Monate verändern. Werden die Erwartungen systematisch angehoben, spricht das dafür, dass sich nicht nur das Marktsentiment verbessert, sondern auch die operative Geschäftsentwicklung der Unternehmen. Treffen steigende Kurse auf bessere Gewinnaussichten, bekommt die Bewegung auch fundamental mehr Rückhalt.
In den vergangenen 63 Tagen wurden die 12-Monats-Gewinnschätzungen für den S&P 500 um 9,4 % angehoben. Besonders stark fällt dabei wieder der Technologiesektor auf. Hier stiegen die Erwartungen um 16,1 %. Auch Gesundheit und Industrie gehören derzeit zu den Bereichen, in denen die Anpassungen im historischen Vergleich besonders deutlich ausfallen. Beide Sektoren liegen damit im historischen Vergleich über dem 90. Perzentil und gehören zu den stärksten 10 % der beobachteten Phasen. Analysten heben ihre Gewinnschätzungen derzeit also ungewöhnlich deutlich an.
Bei Energie und Rohstoffen hat sich die Dynamik bei den Gewinnerwartungen seit dem Frühjahr abgeschwächt. Gerade beim Energiesektor ist das für unsere Einordnung wichtig. Der Sektor hat sich zuletzt zwar deutlich besser als der Gesamtmarkt entwickelt, gleichzeitig fehlen aber sowohl die Bestätigung durch positive ETF-Zuflüsse als auch eine erneute Zunahme bei den Gewinnerwartungen.
Quelle: Day Hagan Asset Management, Figure 9 „Earnings continue to support equities.“ - https://dayhagan.com/research/day-hagan-catastrophic-stop-update-august-18-2026
Wo der Markt aus unserer Sicht steht
Wenn wir die einzelnen Signale zusammenführen, ergibt sich je nach Sektor ein recht unterschiedliches Bild. Ein Sektor kann sich über Wochen deutlich besser entwickeln als der Gesamtmarkt und trotzdem fehlen an anderer Stelle wichtige Bestätigungen.
Für unsere Einordnung wird es deshalb spannender, wenn mehrere dieser Punkte gleichzeitig in dieselbe Richtung zeigen. Über einen längeren Zeitraum sollten Anleger verstärkt Kapital in den jeweiligen Sektor umschichten. Gleichzeitig sollte die Stärke von vielen Aktien getragen werden und auch die Gewinnschätzungen sollten sich verbessern. Erst dann ergibt sich ein Bild, das deutlich mehr Aussagekraft hat als ein einzelner starker Kursverlauf.
Die letzte Spalte zeigt, wie wir die vier Kriterien insgesamt bewerten. Am Beispiel von Energie und Industrie lässt sich das gut erkennen. Energie entwickelt sich stark und die Bewegung wird von vielen Aktien innerhalb des Sektors getragen. Bei den ETF-Kapitalflüssen sehen wir das allerdings nicht.
Bei Industrie zeigt sich eher das Gegenteil. Kapitalflüsse und steigende Gewinnschätzungen fallen hier bereits positiv aus, während Kursentwicklung und Marktbreite noch kein ebenso klares Bild liefern.
Grundlage: StreetStats für die relative Sektorperformance, ETF Central für die aggregierten Drei-Monats-Nettoflows sowie Day Hagan Asset Management für Marktbreite und Gewinnrevisionen. Die aktuellere Day-Hagan-Auswertung vom 25. August 2026 wurde für die zusammengefasste Einordnung berücksichtigt.
Gesundheit liefert für uns momentan das klarste Bild. Der Sektor entwickelt sich über drei Monate deutlich besser als der S&P 500. Gleichzeitig sind die Kapitalzuflüsse positiv, die Marktbreite solide und auch die Gewinnschätzungen fallen vergleichsweise stark aus. Hier zeigen mehrere Faktoren über einen längeren Zeitraum in dieselbe Richtung. Dadurch wirkt die Entwicklung deutlich stabiler als ein kurzfristiger Kursanstieg.
Energie
Dieser Sektor hat sich über drei und sechs Monate klar besser als der Gesamtmarkt entwickelt. Gleichzeitig waren die ETF-Kapitalflüsse über drei Monate negativ und auch die Gewinnschätzungen haben seit dem Frühjahr an Dynamik verloren. Die Kursstärke ist also klar zu sehen. Für eine breitere Umschichtung fehlt uns bisher aber noch die Bestätigung.
Technologie
Technologie zeigt über sechs Monate weiterhin eine sehr starke Entwicklung gegenüber dem Gesamtmarkt und verzeichnet auch über drei Monate noch positive Kapitalzuflüsse. Gleichzeitig hat der Sektor zuletzt etwas an Dynamik verloren. Von einer Kapitalflucht würden wir deshalb nicht sprechen. Eher wirkt es wie eine Verschnaufpause in einem Bereich, der strukturell weiterhin stark bleibt.
Industrie
Dieser Sektor hat sich über drei und sechs Monate klarBei Industrie stechen vor allem die Kapitalflüsse hervor, die sich in den vergangenen drei Monaten klar positiv entwickelt haben. Über diesen Zeitraum flossen netto rund 2,9 Mrd. US-Dollar in die entsprechenden US-ETFs. Gemessen am aktuellen Fondsvermögen entspricht das einer Flowquote von rund 5,5 % und damit sogar etwas mehr als bei Gesundheit. Auch die Gewinnschätzungen entwickeln sich vergleichsweise stark.
Bei der Kursentwicklung über sechs Monate fehlt bislang aber noch die Bestätigung. Deshalb würden wir Industrie derzeit eher als interessanten Kandidaten sehen, bei dem bereits Kapital zufließt, ohne dass sich daraus schon eine klare Sektorrotation ableiten lässt.
Wo wir weiter vorsichtig bleiben
Wichtig ist für uns, aus den Daten nicht einfach irgendeine Geschichte abzuleiten. Wenn sich bei einem Sektor kein klares Bild ergibt, gibt es auch nichts hineinzuinterpretieren. Ein einzelner starker Tag, ein größerer ETF-Zufluss oder der Sprung über die 50-Tage-Linie reicht dafür nicht aus.
Interessant wird es für uns überhaupt dann, wenn mehrere Punkte über Wochen und Monate hinweg in dieselbe Richtung zeigen. Erst dann lässt sich erkennen, ob hinter der Bewegung mehr steckt als nur Marktrauschen. Genau hier bedarf es aber immer, den Markt zu beobachten.
Gesundheit liefert aktuell das überzeugendste Gesamtbild. Bei Industrie fallen vor allem die starken Kapitalzuflüsse über drei Monate auf, während die Kursentwicklung das bislang noch nicht vollständig bestätigt. Energie entwickelt sich zwar stark, bei den ETF-Kapitalflüssen zeigt sich dieses Bild aber nicht. Technologie bleibt dagegen strukturell stark und sollte deshalb nicht vorschnell als Verlierer der aktuellen Verschiebungen gesehen werden.
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Datenstand August 2026.\n <a href=\"https://streetstats.finance/markets/sectors-industries\" target=\"_blank\">Sektordaten</a> ·\n <a href=\"https://streetstats.finance/\" target=\"_blank\">S&P-500-Vergleich</a>\n </p>\n</div>\n\n<script>\nconst data = [\n { label: 'Gesundheit', m3: 14.3, m6: 1.2 },\n { label: 'Energie', m3: 5.1, m6: 6.5 },\n { label: 'Finanzen', m3: 8.4, m6: -0.6 },\n { label: 'Industrie', m3: 2.5, m6: -8.9 },\n { label: 'Technologie', m3: -0.9, m6: 19.4 },\n { label: 'Rohstoffe', m3: 4.2, m6: -9.1 },\n];\n\n// Max absolute value for scaling\nconst maxVal = Math.max(...data.flatMap(d => [Math.abs(d.m3), Math.abs(d.m6)]));\n\n// negLeft = Anteil des negativen Bereichs an der Gesamtbreite\nconst maxNeg = Math.max(...data.flatMap(d => [Math.abs(Math.min(0, d.m3)), Math.abs(Math.min(0, d.m6))]));\nconst maxPos = Math.max(...data.flatMap(d => [Math.max(0, d.m3), Math.max(0, d.m6)]));\nconst total = maxNeg + maxPos;\nconst zeroPos = (maxNeg / total * 100).toFixed(1); // % position of zero line\n\nfunction barStyle(val) {\n const absPct = (Math.abs(val) / total * 100).toFixed(1);\n if (val >= 0) {\n return { left: zeroPos + '%', width: absPct + '%' };\n } else {\n const left = ((maxNeg - Math.abs(val)) / total * 100).toFixed(1);\n return { left: left + '%', width: absPct + '%' };\n }\n}\n\nfunction fmtVal(v) {\n return (v >= 0 ? 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Die Flowquote macht unterschiedlich große Sektoren besser vergleichbar.</p>\n\n <div id=\"chart\"></div>\n\n <p class=\"source\">\n Quelle: ETF Central, aggregierte US-Sektor-ETFs. Berechnung der Flowquote: Drei-Monats-Nettoflow geteilt durch das aktuell ausgewiesene ETF-Fondsvermögen (AUM). Datenstand August 2026.\n <a href=\"https://www.etfcentral.com/segments/stocks-us-health-care-sector?p=10\" target=\"_blank\">Healthcare-Daten</a> ·\n <a href=\"https://www.etfcentral.com/segments/stocks-us-energy-sector?p=5\" target=\"_blank\">Energy-Daten</a> ·\n <a href=\"https://www.etfcentral.com/segments/stocks-us-information-technology-sector?ac_cmd=accept&p=2\" target=\"_blank\">Technology-Daten</a> ·\n <a href=\"https://www.etfcentral.com/segments/stocks-us-financials-sector?ac_cmd=accept&p=2\" target=\"_blank\">Financials-Daten</a> ·\n <a href=\"https://www.etfcentral.com/segments/stocks-us-industrials-sector?p=2\" target=\"_blank\">Industrials-Daten</a> ·\n <a href=\"https://www.etfcentral.com/segments/stocks-us-materials-sector\" target=\"_blank\">Materials-Daten</a>\n </p>\n</div>\n\n<script>\nconst data = [\n { label: 'Industrie', val: 5.5 },\n { label: 'Gesundheit', val: 5.0 },\n { label: 'Technologie', val: 3.3 },\n { label: 'Finanzwerte', val: 2.8 },\n { label: 'Rohstoffe', val: 0.1 },\n { label: 'Energie', val: -7.1 },\n];\n\nconst maxPos = Math.max(...data.map(d => Math.max(0, d.val)));\nconst maxNeg = Math.max(...data.map(d => Math.abs(Math.min(0, d.val))));\nconst total = maxPos + maxNeg;\nconst zeroPct = (maxNeg / total * 100).toFixed(2);\n\nconst container = document.getElementById('chart');\n\n// inject zero line position\nconst style = document.createElement('style');\nstyle.textContent = `.bar-track::after { left: ${zeroPct}%; }`;\ndocument.head.appendChild(style);\n\ndata.forEach(d => {\n const row = document.createElement('div');\n row.className = 'row';\n\n const label = document.createElement('div');\n label.className = 'label';\n label.textContent = d.label;\n\n const bars = document.createElement('div');\n bars.className = 'bars';\n\n const track = document.createElement('div');\n track.className = 'bar-track';\n\n const fill = document.createElement('div');\n fill.className = 'bar-fill ' + (d.val >= 0 ? 'bar-pos' : 'bar-neg');\n\n const absPct = (Math.abs(d.val) / total * 100).toFixed(2);\n if (d.val >= 0) {\n fill.style.left = zeroPct + '%';\n fill.style.width = absPct + '%';\n } else {\n const leftPct = ((maxNeg - Math.abs(d.val)) / total * 100).toFixed(2);\n fill.style.left = leftPct + '%';\n fill.style.width = absPct + '%';\n }\n\n track.appendChild(fill);\n bars.appendChild(track);\n\n const value = document.createElement('div');\n value.className = 'value ' + (d.val >= 0 ? 'pos' : 'neg');\n value.textContent = (d.val >= 0 ? '+' : '') + d.val.toFixed(1).replace('.', ',') + ' %';\n\n row.appendChild(label);\n row.appendChild(bars);\n row.appendChild(value);\n container.appendChild(row);\n});\n</script>\n</body>\n</html>","spacingBottom":2},{"id":"rVNEfGEWz6RvEXIjg3OdZ","type":"heading","level":2,"text":"<p><mark>Wie sich die Marktbreite entwickelt</mark></p>","tocInclude":true,"spacingBottom":1.5},{"id":"B4es-C4f0Vk_olXfth9sj","type":"paragraph","text":"<p>Nachdem wir uns relative Stärke und Kapitalflüsse angeschaut haben, geht es als Nächstes um die Frage, wie breit die Entwicklung innerhalb der einzelnen Sektoren tatsächlich aufgestellt ist. Denn ein Sektor kann deutlich zulegen, obwohl nur wenige große Unternehmen für den Großteil der Kursgewinne verantwortlich sind.</p><p>Die Auswertung von Day Hagan zeigt, dass die Stärke aktuell vor allem bei Finanzwerten, Energie, Gesundheit und Rohstoffen von vielen Aktien innerhalb der jeweiligen Sektoren getragen wird. Dort verteilt sich die Stärke also auf einen größeren Teil der jeweiligen Sektoraktien und nicht nur auf einige wenige Schwergewichte. Bei Technologie bleibt die Marktbreite auf längere Sicht ebenfalls solide. Kurzfristig notieren allerdings weniger Technologiewerte über ihrer 50-Tage-Linie.</p><p>Das deckt sich mit dem Bild, das sich bisher bereits abgezeichnet hat. Technologie bleibt strukturell stark, hat kurzfristig aber etwas an relativer Stärke abgegeben, während andere Bereiche aufgeholt haben.</p>","spacingBottom":1.5},{"id":"uKtP9hcyrJd7YAJercyNB","type":"image","url":"https://www.vasc-app.de/bilddatei/Rotation_Market_Breadth.png","alt":"Quelle: Day Hagan Asset Management, August 2026.","caption":"Quelle: Day Hagan Asset Management, August 2026 - dayhagan.com/research/day-hagan-catastrophic-stop-update-august-18-2026","spacingBottom":3.5},{"id":"kv04FB0YbPQZg4e3vdI_o","type":"heading","level":2,"text":"<p><mark>Gewinnerwartungen gehen auseinander</mark></p>","tocInclude":true,"spacingBottom":1.5},{"id":"96lndTPladx7FaKTonCa1","type":"paragraph","text":"<p>Neben Marktbreite und Kapitalflüssen ist für uns wichtig, ob eine Kursentwicklung auch fundamental gestützt wird. Dafür betrachten wir, wie sich die Gewinnschätzungen der Analysten über mehrere Wochen und Monate verändern. Werden die Erwartungen systematisch angehoben, spricht das dafür, dass sich nicht nur das Marktsentiment verbessert, sondern auch die operative Geschäftsentwicklung der Unternehmen. Treffen steigende Kurse auf bessere Gewinnaussichten, bekommt die Bewegung auch fundamental mehr Rückhalt.<br><br>In den vergangenen 63 Tagen wurden die 12-Monats-Gewinnschätzungen für den S&P 500 um 9,4 % angehoben. Besonders stark fällt dabei wieder der Technologiesektor auf. Hier stiegen die Erwartungen um 16,1 %. Auch Gesundheit und Industrie gehören derzeit zu den Bereichen, in denen die Anpassungen im historischen Vergleich besonders deutlich ausfallen. Beide Sektoren liegen damit im historischen Vergleich über dem 90. Perzentil und gehören zu den stärksten 10 % der beobachteten Phasen. Analysten heben ihre Gewinnschätzungen derzeit also ungewöhnlich deutlich an.<br><br>Bei Energie und Rohstoffen hat sich die Dynamik bei den Gewinnerwartungen seit dem Frühjahr abgeschwächt. Gerade beim Energiesektor ist das für unsere Einordnung wichtig. Der Sektor hat sich zuletzt zwar deutlich besser als der Gesamtmarkt entwickelt, gleichzeitig fehlen aber sowohl die Bestätigung durch positive ETF-Zuflüsse als auch eine erneute Zunahme bei den Gewinnerwartungen.</p>","spacingBottom":2},{"id":"NXgrsAmRcEl0Nji8hrXXx","type":"image","url":"https://www.vasc-app.de/bilddatei/Rotation_63_Day_Revisions.png","alt":"","caption":"Quelle: Day Hagan Asset Management, Figure 9 „Earnings continue to support equities.“ - https://dayhagan.com/research/day-hagan-catastrophic-stop-update-august-18-2026","spacingBottom":4},{"id":"kVDfKDO961BydVc0E0BDQ","type":"heading","level":2,"text":"<p><mark>Wo der Markt aus unserer Sicht steht</mark></p>","tocInclude":true,"spacingBottom":1.5},{"id":"6E8yLswpcQ8d_nr-2-QJa","type":"paragraph","text":"<p>Wenn wir die einzelnen Signale zusammenführen, ergibt sich je nach Sektor ein recht unterschiedliches Bild. Ein Sektor kann sich über Wochen deutlich besser entwickeln als der Gesamtmarkt und trotzdem fehlen an anderer Stelle wichtige Bestätigungen.</p><p>Für unsere Einordnung wird es deshalb spannender, wenn mehrere dieser Punkte gleichzeitig in dieselbe Richtung zeigen. Über einen längeren Zeitraum sollten Anleger verstärkt Kapital in den jeweiligen Sektor umschichten. Gleichzeitig sollte die Stärke von vielen Aktien getragen werden und auch die Gewinnschätzungen sollten sich verbessern. Erst dann ergibt sich ein Bild, das deutlich mehr Aussagekraft hat als ein einzelner starker Kursverlauf.</p>","mobileFontSize":"0.7rem","spacingBottom":0.5},{"id":"ByTxFl1yE82xV2mXSlfn3","type":"html","code":"<!DOCTYPE html>\n<html lang=\"de\">\n<head>\n<meta charset=\"UTF-8\">\n<meta name=\"viewport\" content=\"width=device-width, initial-scale=1.0\">\n<title>Sektorfazit</title>\n<style>\n * { box-sizing: border-box; margin: 0; padding: 0; }\n body { background: #f8f7f5; margin: 0; padding: 3px; }\n .wrap {\n background: #fff;\n border: 1px solid #e8e6e3;\n border-radius: 6px;\n font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, 'Segoe UI', sans-serif;\n width: 100%;\n overflow-x: auto;\n }\n\n table { width: 100%; border-collapse: collapse; min-width: 0; table-layout: fixed; }\n thead th {\n font-size: 11px;\n font-weight: 700;\n color: #1a1a1a;\n text-align: left;\n padding: 14px 12px;\n border-bottom: 1px solid #e8e6e3;\n word-break: keep-all;\n }\n tbody tr { border-bottom: 1px solid #f0eeec; }\n tbody tr:last-child { border-bottom: none; }\n tbody td {\n padding: 14px 12px;\n font-size: 12px;\n vertical-align: top;\n color: #1a1a1a;\n word-break: break-word;\n }\n tbody td:first-child { font-weight: 600; width: 90px; }\n\n thead th:last-child { background: #f7f7f7; }\n tbody td:last-child {\n background: #f7f7f7;\n font-size: 12px;\n color: #333;\n line-height: 1.5;\n border-left: 1px solid #e8e6e3;\n }\n\n .tag {\n display: inline-block;\n padding: 3px 8px;\n border-radius: 4px;\n font-size: 11px;\n font-weight: 500;\n white-space: normal;\n word-break: break-word;\n line-height: 1.4;\n }\n .g { background: #d6f0e0; color: #1a6b45; }\n .o { background: #fde8cc; color: #b05a00; }\n .r { background: #fde0d8; color: #8b2020; }\n .gy { background: #ebebeb; color: #666; }\n .y { background: #fef3cd; color: #7a5800; }\n .teal { background: #d4eee8; color: #1a6b5a; }\n</style>\n</head>\n<body>\n<div class=\"wrap\">\n <table>\n <thead>\n <tr>\n <th>Sektor</th>\n <th>Relative Stärke</th>\n <th>Kapitalflüsse 3M</th>\n <th>Marktbreite</th>\n <th>Gewinnaussichten</th>\n <th>Einordnung</th>\n </tr>\n </thead>\n <tbody>\n <tr>\n <td>Gesundheit</td>\n <td><span class=\"tag g\">deutlich stärker</span></td>\n <td><span class=\"tag g\">klar positiv</span></td>\n <td><span class=\"tag g\">sehr breit</span></td>\n <td><span class=\"tag g\">sehr stark</span></td>\n <td>Rotation am klarsten bestätigt</td>\n </tr>\n <tr>\n <td>Technologie</td>\n <td><span class=\"tag o\">kurzfristig etwas schwächer</span></td>\n <td><span class=\"tag g\">positiv</span></td>\n <td><span class=\"tag teal\">langfristig solide, kurzfristig schwächer</span></td>\n <td><span class=\"tag g\">sehr stark</span></td>\n <td>Strukturell weiter stark, derzeit weniger führend</td>\n </tr>\n <tr>\n <td>Finanzwerte</td>\n <td><span class=\"tag g\">über 3M stark</span></td>\n <td><span class=\"tag g\">positiv</span></td>\n <td><span class=\"tag g\">langfristig breit</span></td>\n <td><span class=\"tag teal\">weiterhin erhöht</span></td>\n <td>Rotation vorhanden, zuletzt weniger dynamisch</td>\n </tr>\n <tr>\n <td>Industrie</td>\n <td><span class=\"tag o\">noch nicht durchgehend stark</span></td>\n <td><span class=\"tag g\">sehr deutlich positiv</span></td>\n <td><span class=\"tag o\">gemischt</span></td>\n <td><span class=\"tag g\">sehr stark</span></td>\n <td>Mögliches frühes Rotationssignal, noch nicht bestätigt</td>\n </tr>\n <tr>\n <td>Energie</td>\n <td><span class=\"tag g\">deutlich stärker</span></td>\n <td><span class=\"tag r\">deutlich negativ</span></td>\n <td><span class=\"tag g\">sehr breit</span></td>\n <td><span class=\"tag y\">nachlassend</span></td>\n <td>Kursstärke ohne Bestätigung durch Kapitalflüsse</td>\n </tr>\n <tr>\n <td>Rohstoffe</td>\n <td><span class=\"tag o\">zuletzt stärker</span></td>\n <td><span class=\"tag gy\">nahezu neutral</span></td>\n <td><span class=\"tag o\">weniger eindeutig</span></td>\n <td><span class=\"tag y\">nachlassend</span></td>\n <td>Bisher keine klare Rotation</td>\n </tr>\n </tbody>\n </table>\n</div>\n</body>\n</html>","spacingBottom":2},{"id":"gS0n30jktMe7eWHhLJOgZ","type":"paragraph","text":"<p>Die letzte Spalte zeigt, wie wir die vier Kriterien insgesamt bewerten. Am Beispiel von Energie und Industrie lässt sich das gut erkennen. Energie entwickelt sich stark und die Bewegung wird von vielen Aktien innerhalb des Sektors getragen. Bei den ETF-Kapitalflüssen sehen wir das allerdings nicht.</p><p>Bei Industrie zeigt sich eher das Gegenteil. Kapitalflüsse und steigende Gewinnschätzungen fallen hier bereits positiv aus, während Kursentwicklung und Marktbreite noch kein ebenso klares Bild liefern.</p>","spacingBottom":1.5},{"id":"gL_gR9BknQ0rvK0PpW9tk","type":"source","text":"Grundlage: StreetStats für die relative Sektorperformance, ETF Central für die aggregierten Drei-Monats-Nettoflows sowie Day Hagan Asset Management für Marktbreite und Gewinnrevisionen. Die aktuellere Day-Hagan-Auswertung vom 25. August 2026 wurde für die zusammengefasste Einordnung berücksichtigt. \n\nhttps://streetstats.finance/markets/sectors-industries\nhttps://www.etfcentral.com/segments/stocks-us-health-care-sector\nhttps://dayhagan.com/research/day-hagan-catastrophic-stop-update-august-25-2026","fontSize":"0.75rem","spacingBottom":2},{"id":"kTOZlmiCxKxKVsU2_1dQJ","type":"divider","style":"line","shape":"fade","spacingBottom":3.5},{"id":"6LYYoCBhHiSjEBWkq8vsN","type":"infobox","title":"<p><span style=\"font-size: 1rem; color: rgb(107, 114, 128);\">Gesundheit</span></p>","body":"<p>Gesundheit liefert für uns momentan das klarste Bild. Der Sektor entwickelt sich über drei Monate deutlich besser als der S&P 500. Gleichzeitig sind die Kapitalzuflüsse positiv, die Marktbreite solide und auch die Gewinnschätzungen fallen vergleichsweise stark aus. Hier zeigen mehrere Faktoren über einen längeren Zeitraum in dieselbe Richtung. Dadurch wirkt die Entwicklung deutlich stabiler als ein kurzfristiger Kursanstieg.</p>","variant":"info","borderColor":"#16a34a","icon":"heart","iconOffset":-11,"iconSize":32,"bgColor":"#f6f9f7"},{"id":"xiqcd8GnkJADQ5DQo1fK_","type":"infobox","title":"<p><span style=\"font-size: 1rem; color: rgb(107, 114, 128);\">Energie</span></p>","body":"<p>Dieser Sektor hat sich über drei und sechs Monate klar besser als der Gesamtmarkt entwickelt. Gleichzeitig waren die ETF-Kapitalflüsse über drei Monate negativ und auch die Gewinnschätzungen haben seit dem Frühjahr an Dynamik verloren. Die Kursstärke ist also klar zu sehen. Für eine breitere Umschichtung fehlt uns bisher aber noch die Bestätigung.</p>","variant":"info","borderColor":"#af894a","icon":"ev-charger","iconOffset":-11,"iconSize":32,"bgColor":"#fcf7ee"},{"id":"xKBzQFNQmisiDers_e-9R","type":"infobox","title":"<p><span style=\"font-size: 1rem; color: rgb(107, 114, 128);\">Technologie</span></p>","body":"<p>Technologie zeigt über sechs Monate weiterhin eine sehr starke Entwicklung gegenüber dem Gesamtmarkt und verzeichnet auch über drei Monate noch positive Kapitalzuflüsse. Gleichzeitig hat der Sektor zuletzt etwas an Dynamik verloren. Von einer Kapitalflucht würden wir deshalb nicht sprechen. Eher wirkt es wie eine Verschnaufpause in einem Bereich, der strukturell weiterhin stark bleibt.</p>","variant":"info","borderColor":"#8f98a5","icon":"cpu","iconOffset":-11,"iconSize":32,"bgColor":"#f0f2f5"},{"id":"tYP4RsIAMpy9shWfIarj6","type":"infobox","title":"<p><span style=\"font-size: 1rem; color: rgb(107, 114, 128);\">Industrie</span></p>","body":"<p>Dieser Sektor hat sich über drei und sechs Monate klarBei Industrie stechen vor allem die Kapitalflüsse hervor, die sich in den vergangenen drei Monaten klar positiv entwickelt haben. Über diesen Zeitraum flossen netto rund 2,9 Mrd. US-Dollar in die entsprechenden US-ETFs. Gemessen am aktuellen Fondsvermögen entspricht das einer Flowquote von rund 5,5 % und damit sogar etwas mehr als bei Gesundheit. Auch die Gewinnschätzungen entwickeln sich vergleichsweise stark.</p><p>Bei der Kursentwicklung über sechs Monate fehlt bislang aber noch die Bestätigung. Deshalb würden wir Industrie derzeit eher als interessanten Kandidaten sehen, bei dem bereits Kapital zufließt, ohne dass sich daraus schon eine klare Sektorrotation ableiten lässt.</p>","variant":"info","borderColor":"#af894a","icon":"factory","iconOffset":-11,"iconSize":32,"bgColor":"#fcf7ee","spacingBottom":3.5},{"id":"1of9ek50riKPBZsGb-gW2","type":"heading","level":2,"text":"<p><mark>Wo wir weiter vorsichtig bleiben</mark></p>","tocInclude":true,"spacingBottom":1.5},{"id":"24jfygH4Tv8xM9pvwGKyO","type":"paragraph","text":"<p>Wichtig ist für uns, aus den Daten nicht einfach irgendeine Geschichte abzuleiten. Wenn sich bei einem Sektor kein klares Bild ergibt, gibt es auch nichts hineinzuinterpretieren. Ein einzelner starker Tag, ein größerer ETF-Zufluss oder der Sprung über die 50-Tage-Linie reicht dafür nicht aus.</p><p>Interessant wird es für uns überhaupt dann, wenn mehrere Punkte über Wochen und Monate hinweg in dieselbe Richtung zeigen. Erst dann lässt sich erkennen, ob hinter der Bewegung mehr steckt als nur Marktrauschen. Genau hier bedarf es aber immer, den Markt zu beobachten.</p>","spacingBottom":2.5},{"id":"cFgpRBoxcv8DYcc5sIQbt","type":"infobox","title":"","body":"<p><span style=\"color: rgb(255, 116, 0);\">Gesundheit liefert aktuell das überzeugendste Gesamtbild. Bei Industrie fallen vor allem die starken Kapitalzuflüsse über drei Monate auf, während die Kursentwicklung das bislang noch nicht vollständig bestätigt. Energie entwickelt sich zwar stark, bei den ETF-Kapitalflüssen zeigt sich dieses Bild aber nicht. Technologie bleibt dagegen strukturell stark und sollte deshalb nicht vorschnell als Verlierer der aktuellen Verschiebungen gesehen werden.</span></p>","variant":"warning","bgColor":"#ffffff","borderColor":"#ef4444","spacingBottom":7.5}],"lastModified":"2026-08-26T11:10:03.260Z","fontSize":"sm","mobileFontScale":1,"textFontSize":15.5}