Wochenupdate und was diese Woche wichtig ist
Die Berichtssaison ist nun weitestgehend vorbei und nach den recht positiven Zahlen der großen Konzerne, sind die Sorgen um die steigenden KI Kosten etwas in den Hintergrund gerückt. Der S&P 500 ging am Freitag mit einem Plus von 0,6 % aus dem Handel. Damit liegt der Index wieder auf Rekordniveau, obwohl die Arbeitsmarktdaten eigentlich eine andere Reaktion hätten vermuten lassen. Schwache US-Arbeitsmarktdaten haben den Renditedruck reduziert und die Zinssorgen etwas gedämpft. Darüber habe ich aber bereits gesprochen. Ob sich diese positive Stimmung weiter hält oder gar noch besser werden kann, wird sich zeigen. Am Mittwoch meldet Deutschland und die USA ihren Verbraucherpreisindex und am Freitag kommt noch der US Erzeugerpreisindex. Wir sollten aber eine verhältnismäßig ruhige Woche bekommen.
📉 Marktüberblick (Vorwoche)
🔹 S&P 500: +4 %
🔹 Nasdaq: +5,1 %
🔹 Dow Jones: +3,4 %
🔹 DAX: unverändert
🔸 Gold: +6,5 %
🪙 Silber: +7,7 %
🛢️ Öl Futures: +6 %
Insgesamt verlief die Woche also sehr freundlich. Getragen wurde die tolle Stimmung, wie bereits besprochen, weniger von guten Konjunkturdaten als vielmehr von der Erwartung, dass die Fed die Zinsen vorerst nicht weiter anheben dürfte. Ob dieses Narrativ hält, werden die Inflationsdaten diese Woche zeigen.
🏦 Inflationsdaten rücken in den Fokus der Fed
Die Fed wird sich aufgrund der zuletzt gemischten Signale vom Arbeitsmarkt immer stärker mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob die bisherige Zinspause ausreicht oder ob ein weiterer Zinsschritt nach oben nötig wird, um die Inflationserwartungen wieder in die gewünschte Richtung zu lenken. Deshalb sind wie immer die Verbraucherpreise bzw. Erzeugerpreise ein wichtiger Indikator.
Am Mittwoch kommen die Verbraucherpreise für Juli. Erwartet werden 0,2 % im Vergleich zum Vormonat, sowohl in der Gesamtrate als auch in der Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel. Im Vormonat lag die Gesamtrate bei - 0,4 %, die Kernrate bei null. Auf Jahressicht werden 3,4 % (aktuell 3,5 %), die Kernrate soll von 2,6 auf 2,5 % zurückgehen.
JP Morgan Analysten warnten aber davor, den schwachen CPI des Vormonats als Trend zu verstehen. Aus Sicht der Analysten handelte es sich dabei um einen Ausreißer. Sollten die frischen Zahlen "nur" den Erwartungen entsprechen, würde das den Befürwortern einer Zinsanhebung im September vermutlich in die Karten spielen. Am Freitag habe ich aber noch kurz über die Anleihenmärkte gesprochen. Die steigenden Renditen zeigen zwar, dass am Markt wieder größere Zinsrisiken eingepreist werden, doch die Aktienmärkte zeigen sich davon bislang erstaunlich unbeeindruckt. Solange die Unternehmensgewinne also stimmen, priorisiert der Markt das fundamentale Wachstum deutlich gegenüber den Zinsfaktoren.
👾 Ein paar Gedanken zu KI
Die großen Plattformen und Konzerne haben ihre Zahlen weitestgehend veröffentlicht. Bei vielen dieser Unternehmen konnte man eine weitestgehend positive Sicht beim Thema KI beobachten. Ich meine, was sollten sie auch anderes sagen? Nichtsdestotrotz sprechen die positiven Zahlen aber für sich. Diese Woche legen Zulieferer für KI Infrastruktur und Rechenzentren ihre Zahlen vor. Am Dienstag berichtet CoreWeave und am Mittwoch folgen Nebius und Cerebras. Zwischen Cloud-Anbietern, Rechenzentrumsbetreibern und Chipherstellern gibt es klare Gewinner und ebenso klare Verlierer, genau wie innerhalb der großen Tech-Werte selbst. Ich würde demnach keinesfalls davon sprechen, dass der KI-Ausbau alle Boote gleichermaßen hebt. Trotz aller Momentumgetriebenheit ist es vor allem wichtig, die Unternehmen genau im Auge zu behalten, um sich nicht einseitig einzukaufen. Immerhin dürften die Unternehmen in ein freundliches Umfeld hinein berichten können.
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