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Die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen sind zuletzt auf ca. 5,337 % gestiegen und damit eben auch auf den höchsten Stand seit 19 Jahren. Das konnten wir in den vergangenen Wochen immer stärker beobachten. Gleichzeitig steuern die USA bei ihrer Staatsverschuldung inzwischen auf etwa 40 Billionen Dollar zu. Diese hohen Renditen werden damit zunehmend immer mehr zum Problem, gerade weil sich die Refinanzierung dieser gewaltigen Schuldenlast automatisch immer weiter verteuert.
Das US-Finanzministerium hat also nun reagiert und angekündigt, die Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen ab September auszuweiten. Bei bestimmten Laufzeiten soll das Volumen je Rückkauf von bisher 2 Milliarden auf mindestens 4 Milliarden Dollar steigen. Man verdoppelt hier also das bisher vorgesehene Volumen.
Warum beflügelt das die Märkte?
Ob das die Renditen auch langfristig nach unten bringt, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Für den Moment reicht aber wohl schon dieses Signal, um die Erwartungen am Markt zu verändern. Ich würde sogar sagen, dass der Markt hier klar den Takt angibt.
Wenn die Renditen vermeintlich sicherer Staatsanleihen fallen, verbessert sich grundsätzlich auch das Umfeld für risikoreichere Anlagen. Staatsanleihen werden im Verhältnis nun etwas weniger attraktiv und gleichzeitig nimmt der Druck durch hohe Zinsen auf Aktien und andere Risikoanlagen, wie Krypto, weiter ab. Genau das konnten wir anschließend beobachten. Die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen gingen deutlich zurück, die Aktienmärkte zogen an und auch Bitcoin hat kräftig angezogen und den Gesamtmarkt gleich mitgezogen.
Der Kryptomarkt war zuvor stark auf fallende Kurse ausgerichtet. Es wurden also viele Short Positionen eröffnet. Als Bitcoin plötzlich nach oben drehte, gerieten die Shorties natürlich unter Druck. Gehebelte Positionen wurden liquidiert und diese Käufe haben die Bewegung anschließend noch einmal zusätzlich beschleunigt. Ein klassischer Short Squeeze also. Deshalb fiel die Reaktion bei Bitcoin auch deutlich heftiger aus.
Daran sieht man wieder wunderbar, wie wichtig der gigantische Anleihemarkt für praktisch alle anderen Märkte ist. Fallen die Renditen am langen Ende der US-Zinskurve, nimmt auch der Druck auf Aktien, Bitcoin und andere risikoreichere Anlagen ab.
Die entscheidende Frage wird jetzt sein, wie nachhaltig diese Entspannung tatsächlich ist. Denn die Rückkäufe können kurzfristig für Ruhe sorgen und die Liquidität verbessern. An den eigentlichen Problemen der hohen US-Staatsverschuldung und des enormen Refinanzierungsbedarfs ändern sie aber erst einmal nichts.
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