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Marktupdate 24.08.2026

Diese Woche dreht sich um Nvidia

Die vergangene Woche dürfte insbesondere den Krypto-Freunden viel Freude bereitet haben. Durch die zuletzt sehr stark gestiegenen Renditen langlaufender US-Staatsanleihen sieht sich das US-Finanzministerium offenbar gezwungen, stärker gegenzusteuern als ursprünglich vorgesehen. Geplant ist, künftig deutlich mehr Anleihen zurückzukaufen als bislang vorgesehen und das bedeutet mehr Liquidität am Markt. Das hat vor allem den Kryptomarkt, aber auch spekulativere Aktien spürbar beflügelt. Dazu hatte ich bereits ausführlicher berichtet. Außerdem ändern die USA im Iran offenbar ihre Strategie. Statt weiterer militärischer Manöver, bauen sie nun massiven wirtschaftlichen Druck aus und versuchen den Iran nun auf diesem Weg in die Knie zu zwingen. Im Fokus stehen dabei vor allem die Öleinnahmen Teherans.

In dieser Woche richtet sich der Blick aber vor allem auf die Zahlen von Nvidia und den US-PCE-Index. Für Deutschland dürfte zudem der Dienstag mit den neuen BIP-Daten interessant werden.

📉 Marktüberblick (Vorwoche)

🔹 S&P 500: –1,7 %
🔹 Nasdaq: –2,8 %
🔹 Dow Jones: –1,0 %
🔹 DAX: unverändert
🔸 Gold: +7,1 %
🪙 Silber: +9,0 %
🛢️ Öl: -0,4 %

Drei Dinge haben das Geschehen an den US-Börsen in der vergangenen Woche besonders geprägt. Enttäuschende Einzelhandelsdaten, weiter steigende Anleiherenditen und schließlich der überraschende Eingriff des US-Finanzministeriums. Am Freitag konnten sich die großen US-Indizes zwar noch einmal erholen und nach oben schließen, für eine positive Wochenbilanz hat es am Ende aber nicht gereicht.

🛢️ Iran: USA setzen nun auf Sanktionen

US-Finanzminister Scott Bessent will heute um 20:00 Uhr unserer Zeit, ein umfassendes Sanktionspaket vorstellen, mit dem der wirtschaftliche Druck auf Teheran deutlich erhöht werden soll. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem Sekundärsanktionen gegen Drittstaaten. Wichtig wird allerdings sein, wie weit die USA mit ihrem Vorhaben tatsächlich gehen und ob davon auch Länder wie China oder Indien betroffen sein werden, die immer noch große Mengen iranischen Öls importieren. Teheran droht indes damit, sämtliche Ölexporte aus dem Golf zu stoppen, sollte der Wirtschaftskrieg sich weiter verschärfen. Was sollen sie aber anderes sagen? Zusätzlich wächst die Sorge vor möglichen Vergeltungsschlägen gegen die Energieinfrastruktur in der Golfregion.

Der Ölpreis gab zum Wochenstart in Asien dennoch um gut 1,5 % nach. Der Markt scheint zunächst eher auf eine zurückhaltende Umsetzung zu spielen. Solange die Lage in der Straße angespannt bleibt, darf man jederzeit mit einem sprunghaften Anstieg des Ölpreises rechnen. Höhere Transport- und Produktionskosten könnten sich erneut in den Verbraucherpreisen bemerkbar machen und damit eben auch den Druck auf die Notenbanken erhöhen. Gerade in einer Phase, in der sich die Inflation ohnehin eher zäh zeigt, wirkt es ganz klar belastend. Ich würde aber mal sagen, wir sind es ja mittlerweile gewohnt.

🛒 Nvidia und der Blick auf den Konsum

Als letztes Unternehmen der „Magnificent Seven“ legt der Halbleiterkonzern am Mittwoch nun seine Zahlen vor und dürfte damit noch einmal zum Lackmustest für den gesamten Technologiesektor werden. Die bisherigen Signale der großen Tech-Konzerne beim Thema KI waren dabei durchaus gemischt. Während Microsoft und Amazon mit ihrem starken Cloud-Wachstum die Zuversicht stärkten, dass sich die hohen KI-Investitionen zunehmend auszahlen, sorgten Meta und Alphabet mit weiter steigenden Ausgabenbudgets eher für Skepsis an der enormen Kapitalintensität des KI-Booms. Für Nvidia ist das zunächst so oder eine gute Ausgangslage. Ein Großteil der massiven Investitionen fließt nämlich weiterhin direkt in eigene Hardware und Infrastruktur. Für die Märkte wird vor allem entscheidend sein, welchen Ausblick Nvidia auf die kommenden Quartale gibt und ob sich die extrem hohe Nachfrage fortsetzt. Ein weiterer Wachstumstreiber könnte bspw. sein, Nvidia noch stärker als zentrale Plattform für quelloffene KI zu etablieren. Damit würde sich der Kundenkreis über die großen Tech-Konzerne hinaus auf Entwickler, Unternehmen und sogar ganze Staaten erweitern, die eigene KI-Infrastrukturen aufbauen wollen.

Parallel dazu liefert die Berichtssaison im Einzelhandel weitere Hinweise darauf, wie es um den US-Konsum steht. Am Donnerstag berichten Dollar General und Ulta Beauty. Bei Dollar General dürfte vor allem interessant werden, ob inzwischen auch Haushalte mit mittleren und höheren Einkommen verstärkt auf günstigere Produkte ausweichen. Ulta Beauty wiederum gibt einen guten Einblick in den Beautybereich, den mehrere Händler zuletzt als vergleichsweise starkes Wachstumsfeld hervorgehoben hatten.

Dazu kommen wichtige Stimmungs- und Inflationsdaten. Am Dienstag wird das Verbrauchervertrauen des Conference Board veröffentlicht, am Freitag folgen die Umfragen der Universität Michigan zur Wirtschaftslage und zu den Inflationserwartungen. Gerade letzteres könnte wichtig sein, weil es zeigen, wie hartnäckig sich der Preisdruck in den Erwartungen der Verbraucher hält.

Highlight der Woche.png

Ich wünsche euch ein schöne Handelswoche ✌️

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