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Die neue Woche startet eher ruhig und auch was die Wirtschaftsdaten angeht, bleibt es demnach ebenfalls recht überschaubar. Wie erwartet hat die Fed die Zinsen erstmals seit 2023 wieder um 25 Basispunkte angehoben. Die Märkten haben damit klar gerechnet und entsprechend positiv reagiert. Auch die Bank of Japan erhöhte ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf nunmehr 1,25 Prozent. Damit liegt er so hoch wie zuletzt 1995! In dieser Woche steht vor allem aber das Treffen zwischen Trump und Xi im Fokus. Für die Märkte dürfte dabei besonders wichtig sein, welche Signale von dem Gespräch für die weitere Handelspolitik ausgehen. Also, wenn die Börsen in dieser Woche stärker in Bewegung kommen, dürfte der Auslöser dieses Treffen sein. Überraschungen an anderer Stelle natürlich ausgenommen, denn man weiß ja nie ;-)
📉 Marktüberblick (Vorwoche)
🔹 S&P 500: +0,2 %
🔹 Nasdaq: +2,6 %
🔹 Dow Jones: -1,0 %
🔹 DAX: -0,7 %
🔸 Gold: +1,36 %
🛢️ Öl: -5,8 %
Der Wochenstart fällt zunächst freundlich aus. In Asien ziehen die Aktienkurse an, allen voran die Technologiewerte. Auch die US-Futures deuten auf eine freundliche Eröffnung hin. Der Ölpreis fällt den vierten Tag in Folge. Deutsche Bundesanleihen legten ebenfalls etwas zu (wodurch ihre Renditen leicht nachgaben), nachdem Merz erklärt hatte, trotz des schwachen Abschneidens der CDU bei der gestrigen Landtagswahl in Meck-Pomm an seiner Position festhalten zu wollen. Am Markt wurde die Aussicht auf politische Kontinuität zunächst positiv aufgenommen und nimmt zumindest kurzfristig etwas Unsicherheit aus der politischen Lage.
🤝 USA und China
In New York haben sich US-Finanzminister Scott Bessent und Chinas Vizepremier He Lifeng getroffen. Beide Seiten scheinen eine positive Bilanz gezogen zu haben. Washington bezeichnete die Gespräche als „sehr erfolgreich“, Peking sprach ebenfalls von einem guten Austausch. Soweit, so gut. Konkret wollen beide Länder nun einen Austausch über künstliche Intelligenz beginnen. Dabei soll geklärt werden, wo beide Seiten gemeinsame Interessen haben und an welchen Punkten neue Spannungen drohen. Seit dem Gipfeltreffen im Mai hat die Dynamik im KI-Sektor nämlich die bilateralen Spannungen weiter verschärft. Daneben geht es natürlich auch um niedrigere Zölle auf amerikanische Energie- und Agrarprodukte.
An den Rohstoffmärkten kam die Nachricht gut an. Die Preise für Weizen und Mais zogen nach den ersten Gesprächen an. Händler rechnen offenbar damit, dass China künftig wieder mehr Agrarprodukte aus den USA kaufen könnte. Mit dem großen Durchbruch am Donnerstag sollte man jedoch nicht rechnen. Für die Märkte wäre bereits viel gewonnen, wenn beide Seiten die bestehenden Vereinbarungen weiter ausbauen und auf neue Zölle oder andere Gegenmaßnahmen verzichten. Schon das dürfte an den Märkten gut ankommen.
🛢️ Ölpreis gibt nach, Lage an der Straße von Hormus entspannt sich (erstmal)
Die Transporte von Öl und Flüssigerdgas durch die Straße von Hormus erreichten in den vergangenen zwei Wochen den höchsten Stand seit sechs Monaten. Nach Angaben des USA sind die wichtigsten Schifffahrtsrouten inzwischen frei von Minen. Aus den mit den USA verbündeten Golfstaaten wurden in den vergangenen Monaten mehr als eine Milliarde Barrel Rohöl durch die Meerenge transportiert.
Das macht sich inzwischen natürlich auch beim Ölpreis bemerkbar. Klar, spielt dabei auch eine wichtige Rolle, dass es wohl auch militärisch ruhiger zu sein scheint. Brent fällt nun den vierten Tag in Folge.
Niedrigere Energiepreise helfen vor allem bei Thema Inflation. Bleibt Öl günstig, nimmt der Druck auf die Inflationserwartungen automatisch ab. Das dürfte den US-Staatsanleihen zum Wochenstart geholfen haben. Die Fed hat die Zinsen bekanntlich gerade erst angehoben. Die Renditen kurz laufender US-Anleihen zeigen aber bereits, dass Anleger mit weiteren Erhöhungen rechnen. Wichtig ist dabei für die Marktteilnehmer immer die Kontrolle und Absehbarkeit. Gift ist, wie ich es immer wieder betone, Dinge mit denen der Markt nicht gerechnet hat.
An der aber insgesamt weiter angespannten Gesamtlage ändert der niedrigere Ölpreis zunächst einmal recht wenig. Die verhaltene Preisentwicklung der letzten Tage entlastet die Gesamtsituation kaum. Einzelne schwächere Handelstage reichen nicht aus, um am angespannten Marktumfeld grundlegend etwas zu ändern.
🪙 SEC "erlaubt" Handel mit tokenisierten Aktien
Nachdem der Clarity Act am vergangenen Dienstag im Senat also keine Mehrheit bekommen hatte, erließ die SEC auf Grundlage ihrer eigenen Befugnisse eine zunächst auf "5" Jahre befristete Ausnahmeregelung. Mit dieser Ausnahmeregelung erlaubt sie den Handel mit bestimmten tokenisierten Aktien über öffentliche Blockchains. Voraussetzung ist aber, dass die Token Aktionärsrechte wie Dividenden und Stimmrechte umfassen. Rein synthetische Produkte, die lediglich den Aktienkurs nachbilden, sind davon ausgeschlossen. Drittanbieter müssen die betroffenen Unternehmen außerdem darüber informieren, die dem Angebot widersprechen können. So gut das zunächst einmal klingen mag, birgt das auf der anderen Seite auch Risiken.
Tokenisierte Aktien könnten rund um die Uhr gehandelt und deutlich schneller abgewickelt werden. Zudem lassen sich kleinere Anteile teurer Aktien kaufen. Einige Unternehmen kommen heute aber schon Anlegern mit einem Aktiensplit entgegen. Dadurch sinkt der Preis je Aktie und auch kleinere Beträge lassen sich leichter investieren. Allerdings gibt es auch Bedenken beim Anlegerschutz, bei der Transparenz am Preis und beim fairen Zugang zum Handel. Verteilt sich der Handel auf immer mehr Plattformen, könnte zudem die Preisbildung und vor allem die Volatilität unübersichtlicher werden. Der wohl wichtigste Punkt ist jedoch die Verteilung der Liquidität. Verteilt sich der Handel auf immer mehr Plattformen, könnte an den einzelnen Handelsplätzen Volumen fehlen. Dadurch stehen weniger Kauf- und Verkaufsangebote im Orderbuch. Folglich wird das Orderbuch immer dünner. Die Folge wären größere Abstände zwischen An- und Verkaufspreisen, stärkere Kursschwankungen und eine schwierigere Preisfindung. Ich muss gestehen, dass ich der Tokenisierung, insbesondere bei Aktien, eher kritisch gegenüberstehe.
Ein weiterer Schwachpunkt bleibt die rechtliche Grundlage. Die Neuerung beruht demnach nur auf einer Ausnahmeregelung der SEC und nicht auf einem Gesetz. Eine künftig anders besetzte Behörde könnte sie daher wieder ändern oder ganz zurücknehmen.
📌 Termine der Woche
Montag: Feiertag in Japan (dreitägiges Wochenende, dünne Liquidität, Augenmerk auf den Yen)
Donnerstag: Treffen Trump und Xi in Washington (Schwerpunkt Technologie und Handel)
Ansonsten stehen kaum wichtige Wirtschaftsdaten an.
Ich wünsche allen eine ruhige und erfolgreiche Handelswoche ✌️
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