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Am Freitag hieß es an der Börse mal wieder "Bad News are good News". Im Grunde haben die Anleger versucht, aus verhältnismäßig schlechten Nachrichten das Beste zu machen. Was meine ich damit? Genauer ging es um die für die Fed essentiell wichtigen Jobdaten. Überraschend dabei war vor allem, dass deutlich weniger neue Stellen geschaffen wurden als eigentlich erwartet. Das hält nun wieder die Hoffnung am Leben, dass die Fed die Zinsen möglicherweise doch nicht anheben müsste. Und ja, wie es scheint, spielen kleinere "mögliche" Zinserhöhungen in Anbetracht einer stabilen, aber nicht überhitzten US-Wirtschaft derzeit wohl eine geringere Rolle, als man es normalerweise erwarten würde. Verrückt, die Börse :D
Ebenfalls schauen wir kurz auf Europa, denn an den Finanzmärkten hier wächst die Nervosität rund um die Verschuldung einiger Euro-Staaten. Weil die Regierung in Frankreich mangels Mehrheit kaum noch handlungsfähig ist und nun auch in Spanien Neuwahlen drohen, greift an den Anleihemärkten wieder die Unsicherheit um sich.
📉 Marktüberblick
🔹 S&P 500: +0,2 %
🔹 Nasdaq: +1,0 %
🔹 Dow Jones: -0,2 %
🔹 DAX: -1,1 %
🔸 Gold: -0,6 %
🛢️ Öl: +1,3 %
📌 US-Arbeitsmarkt
Für den positiven Ausschlag zum Wochenende waren vor allem die Arbeitsmarktdaten am Freitag verantwortlich. Als Reaktion nahm der Markt etwas Druck bei den Zinserwartungen, die US-Indizes zogen an und der Nasdaq markierte gleich ein neues All-time-high.
Wieso reagiert die Börse auf schwächere Jobdaten eigentlich so positiv? Normalerweise müsste ja andersherum sein. Der Arbeitsmarkt ist für die Fed neben der Inflation einer der wichtigsten Indikatoren. Stellen Unternehmen weniger Menschen ein als erwartet, kann das auf einen nachlassenden Lohndruck hindeuten. Damit nimmt zumindest ein Stück weit der Druck für weitere Zinserhöhungen ab. Das hat der Markt nun, wenn man so will, "positiv" aufgenommen.
Ich würde jetzt aber nicht behaupten, dass die Gesamtsituation so fröhlich weiter läuft. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe ist zuletzt zeitweise auf knapp 5,3 Prozent gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit Mai 2002! Gleichzeitig hält sich Brent weiter über den 100 Dollar pro Barrel. Hinzu kommt, dass der Ölmarkt noch immer durch die instabile Gesamtsituation im Nahen Osten unter Spannung steht. Im Roten Meer bleibt die Lage indes an den Handelsrouten auch angespannt. Die Regierung im Jemen hat eine Militäroffensive begonnen, um Gebiete zurückzuerobern, die von den Huthi kontrolliert werden. Entsprechend wächst am Markt die Sorge, dass andere wichtige Transportwege und Ausweichrouten beeinträchtigt werden könnten.
Bleibt Öl teuer, hält das den Inflationsdruck weiter aufrecht. Höhere Energiepreise verteuern Transport sowie die Produktion und landen früher oder später beim Verbraucher, siehe Tankstelle. Der schwächere Arbeitsmarkt würde für eine Zinspause sprechen, der hohe Ölpreis spricht allerdings eher dagegen. Ob man will oder nicht, aber Öl gibt übergeordnet noch immer den Takt an.
Trotz aller Gegebenheiten hält sich der Aktienmarkt erstaunlich gut! Weder die hohen Renditen am Anleihemarkt noch die geopolitischen Spannungen haben bisher einen starken Ausverkauf oder gar Absturz ausgelöst. Eine mögliche Erklärung dafür könnte sein, dass steigende Renditen den Aktienmarkt nicht zwangsläufig ausbremsen müssen. Vor allem dann nicht, wenn die Wirtschaft stabil bleibt und der KI-Boom die Gewinnerwartungen vieler Unternehmen weiter stützt. Ich meine, genau das ist es ja, was wir derzeit sehen.
🇪🇺 Europa hat Sorgen, mal wieder
Wie oben kurz eingeleitet, möchte ich auch noch einen Blick auf Europa werfen. Denn an den Finanzmärkten hierzulande wächst die Sorge rund um die Verschuldung einiger Euro-Staaten weiter. Hier steht besonders Frankreich im Fokus. Dort fehlt der Regierung nämlich die Mehrheit und das führt dazu, dass diese eben dann politisch kaum noch handlungsfähig ist. Somit rückt die ohnehin schon sehr angespannte Lage der Staatsfinanzierung wieder stärker in den Mittelpunkt.
Die Lähmung in Paris hat vor allem aber die Anleihen höher verschuldeter Euro-Länder unter Druck gesetzt. Heute kam auch noch die Meldung rein, dass Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez Neuwahlen angekündigt hat, nachdem sein Wohnungsbauplan im Parlament gescheitert ist und die Proteste gegen die Wohnungsnot weiter zugenommen haben.
Die Renditen französischer, italienischer und spanischer Staatsanleihen zogen daraufhin an. Gleichzeitig vergrößerten sich die Abstände zu deutschen Bundesanleihen. Vereinfacht gesagt verlangen Anleger also wieder einen höheren Zinsaufschlag, wenn sie diesen Staaten Kapital leihen. Deutsche Bundesanleihen waren dagegen stärker gefragt. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe blieb vergleichsweise stabil. Der Euro fiel gegenüber dem Dollar auf den tiefsten Stand seit Mai 2025. Am Aktienmarkt gehörte der französische CAC 40 somit zu den schwächeren europäischen Indizes.
Ich wünsche euch ein schöne Handelswoche ✌️
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